Leitaktion 1 – Lehrerfortbildung

„Fit for Future? Flankierende Maßnahmen für die Schüler- und Lehrerschaft einer auslaufenden Schule“
Erasmus+ Projekt/Leitaktion 1/2018 – 2020

Im Herbst 2017 wurde wahr, was die Schulgemeinde abzuwenden versucht hatte: Die Stadt Geldern gab bekannt, dass im Sommer 2023 die Sekundarschule Niederrhein – 9 Jahre nach ihrer Neugründung – zugunsten der zwischenzeitlich neu gegründeten Gesamtschule geschlossen wird.
Dieser überraschende Beschluss stellt das Kollegium vor zahllose neue Aufgaben. Um den Prozess durch neue Impulse und Motivationsschübe zu begleiten und zu stützen, beantragte die Sekundarschule Niederrhein Mittel aus dem Fördertopf der Europäischen Union. Im Rahmen der Leitaktion 1 hat unsere Schule nun die Möglichkeit, Lehrkräfte zu Fortbildungskursen in Europa zu entsenden.

Die von uns beantragten Fortbildungen sollen ihren Beitrag dazu leisten, dass
1) es uns gelingt, unsere Schüler und Schülerinnen zu befähigen, sich mit dem Abschluss einer gescheiterten Schulform auf dem Arbeitsmarkt oder in weiterführenden Schulen behaupten zu können,
2) es Lehrkräften ermöglicht wird, sich für ihre letzten Jahre an der Sekundarschule genauso wie für ihre professionelle Weiterentwicklung an Schulformen der Sekundarstufen I und II zu qualifizieren und ihr persönliches Kompetenzportfolio auszubauen,
3) Lehrkräfte befähigt werden, den europäischen Gedanken, dem sich die Sekundarschule Niederrhein im hohen Maße verpflichtet fühlt, und das Wissen um die europäische Zusammenarbeit im Rahmen von Erasmus weiterzutragen und im Idealfall an neuer Wirkungsstätte neu zu etablieren.

Zehn Kolleginnen und Kollegen kommen während der zweijährigen Projektlaufzeit in den Genuss, sich in einem europäischen Mitgliedsland fortbilden zu lassen. Um den Schulbetrieb so wenig wie möglich zu stören, erklärten sich die Lehrkräfte bereit, vorzugsweise an Fortbildungen, die während der Ferien angeboten werden, teilzunehmen. Mit Ende der Sommenferien im August 2019 haben sich bereits sechs Lehrpersonen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten in Österreich, Italien und Malta fortgebildet. Von deren neuen Erfahrungen und Impulsen profitieren nicht nur die Kollegen selber auf persönlicher und professioneller Ebene, sondern auch auch die Schule und die Schülerschaft.


 

Zu Gast in Graz
Zwei Lehrkräfte unserer Schule nahmen im Februar dieses Jahres im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ an einem Mobilitätsprojekt teil. Zielland war Österreich, besucht wurde Graz, als Hauptstadt des südösterreichischen Bundeslandes Steiermark. Dort wurden insgesamt elf Teilnehmerinnen aus vier verschiedenen Ländern (Belgien, Deutschland, Finnland, Polen) gemeinsam durch eine österreichische Trainerin zum Themenbereich „Soziales Lernen“ für den Unterricht fortgebildet. Alle elf Lehrerinnen aus Grundschulen und weiterführenden Schulen bekamen in insgesamt sechs Einheiten Einblicke in die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte des Seminars: „soziale und multiple Intelligenzen Lernender“, „Gruppendynamik“, „erfolgreich Ziele erreichen“, „gewaltfreie Kommunikation“, „Kreativitätstechniken und Improvisationstheater“. Daneben wurde Raum geschaffen, um sich international und interkulturell auszutauschen und natürlich die Stadt Graz zu besichtigen. Dieses EU-Seminar bot viele praxisrelevante Anregungen, um das „Soziale Lernen“ in den Schulalltag gewinnbringend zu integrieren.