EUJOMA


Mai 2020

Corona stoppt Erasmus

Eigentlich hätten am kommenden Sonntag Gäste aus 5 europäischen Partnerländern nach Geldern kommen sollen. Die ersten Kontakte zwischen Gastfamilien und ihren Gästen waren geknüpft, die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, die Vorfreude stieg. Der Besuch sollte für die Schüler der Sekundarschule Niederrhein, für ihre Familien und natürlich für die 33 Gäste und 10 begleitenden Lehrkräfte der krönende Abschluss eines zweijährigen Erasmus+ Schulpartnerschaftsprojektes werden.

Doch dann kam alles anders. Zunächst teilten die Partner aus Italien mit, dass es ihnen behördlich untersagt worden war, die Reise nach Geldern anzutreten. Gleiches erfuhren die bulgarischen Partner wenig später. Immer nervösere Nachfragen aus Slowenien, Griechenland und England und täglich steigende Corona-Fallzahlen, zwangen die Schulleitung der Sekundarschule schließlich dazu, das Projekttreffen abzusagen.

Es flossen viele Tränen, hatten doch zahlreiche Gastgeber schon Pläne geschmiedet, wie sie ihren Gästen Geldern und seine Umgebung zeigen wollten. Ein noch viel wichtigerer Beweggrund für Familien war es, die großartige Gastfreundschaft, die ihre Kinder bei Projektbesuchen in Slowenien, England und Griechenland erfahren hatten, erwidern zu können.

Das Projekt „EuJoMa“ nimmt zwei Jahre lang, mit finanzieller Förderung durch die EU, die berufliche Orientierung in den Partnerländern und – schulen unter die Lupe und versucht neue Wege zu beschreiten. Alle beteiligten Schulen boten jeweils zwei fiktive Ausbildungsstellen an. Schüler der anderen Schulen schrieben Bewerbungsschreiben und Lebensläufe – alles natürlich in der einzigen gemeinsamen Sprache Englisch. Die Bewerbungen wurden nun von Schülern gesichtet und zwei Bewerber pro Stelle wurden zu einem Vorstellungsgespräch per Skype eingeladen. Und wie es im realen Leben sein sollte, bekamen abgelehnte Bewerber ein freundliches Schreiben mit Begründung.

Einigen Schülern der Klassen 9 und 10 der Sekundarschule Niederrhein fiel jetzt die Rolle des Bewerbers zu, der sich im Skype Interview möglichst gut verkaufen muss, andere schlüpften in die Rolle der Personalentscheider, die die Bewerber auf Herz und Nieren prüfen. Alle gemeinsam wählten in einem letzten Schritt die erfolgreichen Bewerber aus, im Falle der Sekundarschule handelt es sich hierbei um zwei Mädchen aus Bulgarien, die alle Beteiligten von sich überzeugen konnten.

Eigentlich war geplant, dass die erfolgreichen Bewerber tatsächlich einen Tag in die Ausbildungs-stellen, für die sie sich beworben hatten, reinschnuppern können. Die Firma Schaffrath DruckMedien hatte einen Platz für …………………………… zur Verfügung gestellt, die ………………………….. einen weiteren Platz als Altenpflegerin. Dazu kommt es nun in Zeiten von Corona zum Leidwesen aller Beteiligten leider nicht mehr.


Mai 2019

3. Projekttreffen in Slowenien vom 6.-10. Mai 2019

In der Woche vom 6.-10.05.2019 fand das dritte EuJoMa-Projekttreffen in Pivka, (ausgesprochen pju:ka) Slowenien, statt. Dort, in der etwa 60 km süd-westlich von der slowenischen Hauptstadt Ljubljana gelegenen Kleinstadt, befindet sich unsere Partnerschule, die „Osnovna Sola Pivka“.
Die Anreise erfolgte nicht per Flugzeug, sondern – der Fridays for Future Bewegung geschuldet und für uns zum ersten Mal – per Zug. Die Reise dauerte einen ganzen Tag, zweimal mussten wir umsteigen und wir durchquerten landschaftlich schöne Gegenden im Süden Deutschlands, in Österreich und Slowenien. Die Bahnreise dauerte lange und Verspätungen führten dazu, dass große Nervosität wegen der Anschlüsse, die erreicht werden müssen, ausbrach, und trotzdem war es eine tolle Erfahrung!
In Pivka wurden wir, wie alle Gastschüler und Lehrkräfte aus Bulgarien, Deutschland, England, Griechenland, Italien und Slowenien herzlich von den slowenischen Kolleg*innen und Schüler*innen und den Gastfamilien in Empfang genommen.
Der Bericht zweier Mitreisender liefert einen kurzen Einblick in die Aktivitäten und Erfahrungen, die wir auf dieser Reise machen durften.

Die Zeit in Slowenien
von Laura Voßen und Lavinia Schult

Laura: Am ersten Tag sind wir in Slowenien angekommen und wurden erstmal von der Gastfamilie empfangen. Danach sind wir zu ihnen nach Hause gefahren und haben uns gegenseitig bekannt gemacht.
Am zweiten Tag sind wir mit der Gastschwester Anja zur Schule gegangen und sie hat uns die Schule gezeigt.

Wir hatten in der ersten Stunde Matheunterricht, weil Anja Mathe hatte.
Danach gab es eine Aufführung für uns von der Schule, wo sie etwas über Schule erzählt haben und die Schüler aus Slowenien haben etwas aufgeführt.

 

 

 

Lavinia: Danach haben wir erst mal ein paar Spiele gemacht um uns besser kennen zu lernen. Dann hatten wir 2 Workshops.

 

 

 

 

Laura : Um 13 Uhr sind wir ins Restaurant Kara gefahren und haben dort zu Mittag gegessen. Nach dem Essen sind wir in ein
Naturkundemuseum gefahren, namens Ecomuseum. Dort haben wir was über die Karst-Landschaft von Slowenien gelernt.
( Anmerkung: Es handelt sich um das Ökomuseum der Sickerseen von Pivka. Die Sickerseen sind jahreszeitlich trocken fallende Stillgewässer im slowenischen Karst-Gebiet in der Gemeinde Pivka, das bedeutet, dass die Seen nur etwa drei Monate im Jahr mit Wasser gefüllt sind.
Mehr Informationen: Ökomuseum der Sickerseen von Pivka | KRAJI – Slowenien

      

      

Am dritten Tag hatten wir einen Workshop namens „Safe andresponsible online“, wo wir über sicheres Verhalten im Internet
gesprochen haben. In der Pause sind wir in die Turnhalle gegangen und haben einen kurzen Tanz gemacht, bevor es mit dem nächsten Workshop weiter ging. Der nächste Workshop hieß „Social networking and privacy protection online“. In diesem Workshop haben wir über Datenschutz und soziale Netzwerke geredet. Nach dem Mittagessen sind wir zum Predjama Schloss gefahren. Dort haben wir was über den Schlossherrn Erasmus erfahren.

(Anmerkung: Der bekannteste Burgherr der Höhlenburg Predjama war der Raubritter Erasmus von Luegg. Er hielt sich dort nach dem Mord an einem Verwandten auf der Flucht vor der Todesstrafe auf. Um ihn festzunehmen wurde Predjama mehr als ein Jahr erfolglos belagert. Der Belagerte trieb seinen Spott mit den Soldaten und bewarf sie mit gebratenem Ochsenfleisch und frischen Kirschen. Über das geheime Höhlensystem in der Grotte soll sich Luegg zur Verwunderung seiner Belagerer versorgt haben. 1484 gelang es den Belagerern unter Mithilfe eines verräterischen Dieners, Erasmus vonLuegg zu töten: Während eines Gangs zum Abort wurde er mit Steinkugelgeschossen erschlagen. Es soll sich hierbei jedoch um eine Legende handeln, die für die Touristen aufrechterhalten wird. E. Kirtz)

Anschließend sind wir in die Postojna Höhle gefahren.
(Anmerkung: Hierbei handelt es sich um die zweitgrößte für Touristen erschlossene Tropfsteinhöhle der Welt .
Mehr Informationen zur Tropfsteinhöhle

Am Ende des Tages sind wir mit der Gastfamilie durch die Gegend gelaufen.

Am vierten Tag haben wir uns am Anfang über die Jobsuche in der slowenischen Schule unterhalten. Danach kam ein Mann von der
Slowenischen Bundeswehr und hat uns etwas über seinen Beruf erzählt. Danach sind wir in die Stadt Bled/Tanja Stavanja gefahren
und anschließend in die Stadt Ljubljana wo wir am Ende noch eine Bootstour gemacht haben.
Am fünften Tag hatten wir am Anfang einen Workshop über online Mobbing. Nach einer kurzen Pause hatten wir einen Workshop, wo wir darüber geredet haben, dass man sich sein Leben nicht verderben soll. Nach dem Mittagessen sind wir zu einer Fisch- und Hühnchen-Fabrik gefahren, die in Pivka liegt. (Anmerkung: Hier handelt es sich um die Firma Delamaris, die seit 1879 auf Fischverarbeitung spezialisiert ist und seit 2014 am Standort Pivka produziert
Mehr Informationen zu der Firma Delamaris

Danach haben wir die beiden Städte Pira und Koper besucht. Am Abend sind wir noch mit allen zusammen essen gegangen und danach haben wir uns von allen verabschiedet. Am sechsten Tag haben wir uns von der Gastfamilie verabschiedet und sind danach zurück nach Deutschland gefahren. Ich habe mir Slowenien arm vorgestellt und eher mit flachem Land, es war aber komplett anders. Es gab Gebiete, die waren etwas reicher und manche halt normal und es gab mega viele Berge.
Auf der Fahrt nach Slowenien habe ich viele tolle Leute kennengelernt und neue Kulturen.Lavinia : Das Projekt EUJOMA hat mir neue Freunde, eine schöne Zeit und bessere Englischkenntnisse gebracht. Am schönsten fand ich die Ausflüge mit
allen, das Essen und die Abende mit meiner Gastfamilie. Ich hatte die Erwartung, dass es eine schöne Zeit wird und meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Es war so schön, dass ich es gerne nochmal erleben würde!
Laura Voßen und Lavinia-Madeleine Schult


EUJOMA – Unser virtueller EUropäischer JOb MArkt

Mit Beginn des neuen Schuljahres beginnt für die Sekundarschule Niederrhein eine neue europäische Zeitrechnung. Im Anschluss an das Projekt „MIRRORS“ beginnt nun ein neues, wieder von der EU gefördertes Erasmus + Schulpartnerschaftsprojekt, dieses Mal sind mit im Boot Schulen aus Bulgarien, England, Griechenland, Italien und Slowenien. Die Sekundarschule Niederrhein zeichnet als koordinierende Schule verantwortlich für Idee und Planung und nun auch für die vertragsgetreue Abwicklung des Projekts.

Der Titel des Projekts lautet ins Deutsche übertragen: EUJOMA – Unser virtueller EUropäischer JOb MArkt. Die Partnerschulen verfolgen damit das Ziel, die Berufsorientierung für ihre Schülerschaft zu verbessern bzw. auszubauen und ihr eine europäische Dimension hinzuzufügen. Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 der Sekundarschule werden, auch im Rahmen ihres 3-wöchigen Praktikums, Ausbildungsberufe erkunden, die für Schulabgänger ihrer Schulform in Frage kommen. Wie alle Partnerschulen wird die Sekundarschule in enger Kooperation mit ausbildenden Betrieben zwei fiktive Ausbildungsstellen anbieten, auf die sich Schüler der Partnerschulen bewerben können. Die aussagekräftigen englischsprachigen Bewerbungen, die europäischen Standards entsprechen, werden von Schülern gesichtet. Nach vorher festgelegten Kriterien werden passende Bewerber ausgesucht und zu einem Vorstellungsgespräch, das per Skype geführt wird, eingeladen. Die Sekundarschule wird zwei fiktive Stellen anbieten und auch wenn die beiden erfolgreichen Bewerber diese Stellen nicht wirklich bekommen so erhalten sie doch die Möglichkeit, tatsächlich für drei Tage in den Beruf hineinzuschnuppern. Gelegenheit dazu ergibt sich im Frühjahr 2020, wenn Schülergruppen aus allen fünf Partnerländern zu Gast in Geldern sind.

Im Verlauf der auf zwei Jahre angelegten Projektdauer wird die Sekundarschule Niederrhein Schülergruppen nach England, Griechenland und Slowenien entsenden. Dort lernen sie Ausbildungssysteme kennen, die sich zum Teil stark von unserem dualen System unterscheiden, und sie erhalten Einblick in Wirtschaftsbereiche und Betriebe, die im Umfeld der Partnerschulen angesiedelt sind und Jobperspektiven bieten.

Um dieses sehr ehrgeizige Projektes zum Erfolg führen zu können, bittet die Sekundarschule Niederrhein schon jetzt Ausbildungsbetriebe in Geldern und Umgebung um tatkräftige Unterstützung. Kontakt zu den Verantwortlichen des Projekts stellt das Sekretariat der Sekundarschule gerne her.


November 2018

1. Projekttreffen in Berkovitsa, Bulgarien

In der Woche vom 19.-24.11.2018 fand das erste EuJoMa-Projekttreffen in Berkovitsa, Bulgarien, statt. Dort, in der etwa 80 km nördlich von der bulgarischen Hauptstadt Sofia gelegenen Kleinstadt, befindet sich unsere Partnerschule, die 1. OU „Nikola Yonkov Vaptsarov“. 14 Lehrkräfte aus Deutschland, England, Griechenland, Italien und Slowenien wurden dort herzlich von den bulgarischen Kolleginnen und Schüler*innen in Empfang genommen. Auch wenn es draußen bitterkalt war, brach das Eis bei dieser ersten Begegnung der Projektpartner sofort.

Die Stadt liegt am Fuße des Balkangebirges, einer bislang recht wenig erschlossenen Bergregion, die zu den ärmsten Regionen Bulgariens zählt. Arbeitslosigkeit und Abwanderung belasten die Gegend in starkem Maße. Unsere Partnerschule, die davon ebenfalls betroffen ist, hat sich zum Ziel gesetzt mit der Teilnahme an dem Projekt EuJoMa ihren Schüler*innen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.

Dass dies nicht nur Wunschdenken ist, zeigten zwei der Besuche, die die Schulleiterin für die ausländischen Gäste organisiert hatte. Zum einen wurden wir vom Bürgermeister der Stadt Berkovitsa empfangen, die zielstrebig das Ziel verfolgt, die Region für den Tourismus zu erschließen. Dies brächte mittel- und langfristig viele Arbeitsstellen in verschiedenen Sektoren in dieses Gebiet.

Zum anderen besuchten wir die Batteriefabrik Monbat in der Kleinstadt Montana, hierbei handelt es sich um einen der führenden europäischen Hersteller für Blei-Säure-Batterien mit vielfältigen Anwendungen. Die Firma wurde 1959, noch zu kommunistischen Zeiten, in Montana gegründet und ist mittlerweile weltweit in über 60 Ländern, u.a. auch in Deutschland, vertreten.

Die Firma hat an ihrem Stammsitz Montana, mit ihren derzeit 500 Beschäftigten, große Probleme, trotz vergleichbar hoher Löhne qualifiziertes als auch unqualifiziertes Personal zu finden. Für die Geschäftsleitung war es deshalb von großem Interesse über mögliche Vernetzungen mit Schulen zu erfahren. Praktika, Betriebsbesichtigungen oder ähnliches, von denen die europäischen Kolleg*innen zu berichten wussten, gibt es bislang in Bulgarien nicht. Hier könnte ein Schulterschluss von Firmen und Schulen Abhilfe schaffen, dem Facharbeitermangel und der Landflucht entgegen zu wirken. Wir würden uns freuen, wenn unser Besuch und unser Gespräch Gedankenprozesse in Gang gesetzt hätte, die einen Beitrag zur Lösung der Probleme leisten könnten.