EUJOMA

EUJOMA – Unser virtueller EUropäischer JOb MArkt

Mit Beginn des neuen Schuljahres beginnt für die Sekundarschule Niederrhein eine neue europäische Zeitrechnung. Im Anschluss an das Projekt „MIRRORS“ beginnt nun ein neues, wieder von der EU gefördertes Erasmus + Schulpartnerschaftsprojekt, dieses Mal sind mit im Boot Schulen aus Bulgarien, England, Griechenland, Italien und Slowenien. Die Sekundarschule Niederrhein zeichnet als koordinierende Schule verantwortlich für Idee und Planung und nun auch für die vertragsgetreue Abwicklung des Projekts.

Der Titel des Projekts lautet ins Deutsche übertragen: EUJOMA – Unser virtueller EUropäischer JOb MArkt. Die Partnerschulen verfolgen damit das Ziel, die Berufsorientierung für ihre Schülerschaft zu verbessern bzw. auszubauen und ihr eine europäische Dimension hinzuzufügen. Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 der Sekundarschule werden, auch im Rahmen ihres 3-wöchigen Praktikums, Ausbildungsberufe erkunden, die für Schulabgänger ihrer Schulform in Frage kommen. Wie alle Partnerschulen wird die Sekundarschule in enger Kooperation mit ausbildenden Betrieben zwei fiktive Ausbildungsstellen anbieten, auf die sich Schüler der Partnerschulen bewerben können. Die aussagekräftigen englischsprachigen Bewerbungen, die europäischen Standards entsprechen, werden von Schülern gesichtet. Nach vorher festgelegten Kriterien werden passende Bewerber ausgesucht und zu einem Vorstellungsgespräch, das per Skype geführt wird, eingeladen. Die Sekundarschule wird zwei fiktive Stellen anbieten und auch wenn die beiden erfolgreichen Bewerber diese Stellen nicht wirklich bekommen so erhalten sie doch die Möglichkeit, tatsächlich für drei Tage in den Beruf hineinzuschnuppern. Gelegenheit dazu ergibt sich im Frühjahr 2020, wenn Schülergruppen aus allen fünf Partnerländern zu Gast in Geldern sind.

Im Verlauf der auf zwei Jahre angelegten Projektdauer wird die Sekundarschule Niederrhein Schülergruppen nach England, Griechenland und Slowenien entsenden. Dort lernen sie Ausbildungssysteme kennen, die sich zum Teil stark von unserem dualen System unterscheiden, und sie erhalten Einblick in Wirtschaftsbereiche und Betriebe, die im Umfeld der Partnerschulen angesiedelt sind und Jobperspektiven bieten.

Um dieses sehr ehrgeizige Projektes zum Erfolg führen zu können, bittet die Sekundarschule Niederrhein schon jetzt Ausbildungsbetriebe in Geldern und Umgebung um tatkräftige Unterstützung. Kontakt zu den Verantwortlichen des Projekts stellt das Sekretariat der Sekundarschule gerne her.

 


November 2018

1. Projekttreffen in Berkovitsa, Bulgarien

In der Woche vom 19.-24.11.2018 fand das erste EuJoMa-Projekttreffen in Berkovitsa, Bulgarien, statt. Dort, in der etwa 80 km nördlich von der bulgarischen Hauptstadt Sofia gelegenen Kleinstadt, befindet sich unsere Partnerschule, die 1. OU „Nikola Yonkov Vaptsarov“. 14 Lehrkräfte aus Deutschland, England, Griechenland, Italien und Slowenien wurden dort herzlich von den bulgarischen Kolleginnen und Schüler*innen in Empfang genommen. Auch wenn es draußen bitterkalt war, brach das Eis bei dieser ersten Begegnung der Projektpartner sofort.

Die Stadt liegt am Fuße des Balkangebirges, einer bislang recht wenig erschlossenen Bergregion, die zu den ärmsten Regionen Bulgariens zählt. Arbeitslosigkeit und Abwanderung belasten die Gegend in starkem Maße. Unsere Partnerschule, die davon ebenfalls betroffen ist, hat sich zum Ziel gesetzt mit der Teilnahme an dem Projekt EuJoMa ihren Schüler*innen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.

Dass dies nicht nur Wunschdenken ist, zeigten zwei der Besuche, die die Schulleiterin für die ausländischen Gäste organisiert hatte. Zum einen wurden wir vom Bürgermeister der Stadt Berkovitsa empfangen, die zielstrebig das Ziel verfolgt, die Region für den Tourismus zu erschließen. Dies brächte mittel- und langfristig viele Arbeitsstellen in verschiedenen Sektoren in dieses Gebiet.

Zum anderen besuchten wir die Batteriefabrik Monbat in der Kleinstadt Montana, hierbei handelt es sich um einen der führenden europäischen Hersteller für Blei-Säure-Batterien mit vielfältigen Anwendungen. Die Firma wurde 1959, noch zu kommunistischen Zeiten, in Montana gegründet und ist mittlerweile weltweit in über 60 Ländern, u.a. auch in Deutschland, vertreten.

Die Firma hat an ihrem Stammsitz Montana, mit ihren derzeit 500 Beschäftigten, große Probleme, trotz vergleichbar hoher Löhne qualifiziertes als auch unqualifiziertes Personal zu finden. Für die Geschäftsleitung war es deshalb von großem Interesse über mögliche Vernetzungen mit Schulen zu erfahren. Praktika, Betriebsbesichtigungen oder ähnliches, von denen die europäischen Kolleg*innen zu berichten wussten, gibt es bislang in Bulgarien nicht. Hier könnte ein Schulterschluss von Firmen und Schulen Abhilfe schaffen, dem Facharbeitermangel und der Landflucht entgegen zu wirken. Wir würden uns freuen, wenn unser Besuch und unser Gespräch Gedankenprozesse in Gang gesetzt hätte, die einen Beitrag zur Lösung der Probleme leisten könnten.